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Zürich E-Prix: Motorsport kehrt in die Schweiz zurück

30 May 2018

Am 10. Juni hat die Formel E ihren ersten Auftritt in Zürich – der Beginn einer neuen Ära in der Schweiz.

Für Rennsport-Fans in der Schweiz ist der Formel-E-Lauf am 10. Juni viel mehr als nur ein Rennen. Denn der Julius Bär Zürich E-Prix ist das erste Rundstreckenrennen in der Schweiz seit mehr als 60 Jahren. Wie sehr sich die Eidgenossen nach einem Motorsport-Event sehnen, zeigte der Start des Ticketverkaufs am 9. April eindrucksvoll: Innerhalb von gut anderthalb Stunden waren sämtliche Platzkarten für die beiden Tribünen am Kurs (Breitingerstrasse und Mythenquai) ausverkauft. Zürich freut sich ganz offensichtlich auf die Formel E.

Der Mythenquai entlang des Hafens dient der Formel E am 10. Juni als Start- und Zielgerade. Es folgt eine schnelle Rechtskurve vorbei am sogenannten E-Village, dem frei zugänglichen Besucherbereich des Zürich E-Prix. Eine enge Haarnadelkurve beschliesst die rund drei Kilometer lange Runde im Herzen der Stadt.

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Die Zukunft des Zürich E-Prix sieht äusserst vielversprechend aus, denn die eigentlich sechs Jahre gültige Lizenz für die Austragung eines Formel-E-Strassenrennens wurde bereits im März 2018 um weitere drei Jahre verlängert. Demnach soll die Elektrorennserie bis mindestens 2027 jährlich in Zürich gastieren. Der lange Weg zur Rückkehr des Schweizer Motorsports ist beinahe beschritten. Jetzt muss ihn die Formel E nur noch zu Ende gehen. (Auszug aus einem Beitrag von Timo Pape, e-Formel.de) Weiter: Aktuelles aus der Formel E

Action garantiert

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Für Daniel Abt ist der E-Prix in Zürich fast wie ein zweites Heimrennen. Sein Heimatort Kempten im Allgäu liegt nur 200 Kilometer von der Limmatstadt entfernt. Umso mehr freut er sich auf den ersten Auftritt der Formel E in der Schweiz.

Daniel, der erste E-Prix in Zürich steht vor der Tür. Schon aufgeregt?

Ich freue mich auf alle Formel-E-Rennen. Aber nicht zuletzt durch die Nähe zu Kempten fühlt sich Zürich ein bisschen wie mein zweites Heimrennen an. Es werden bestimmt viele Freunde und Verwandte vor Ort sein. Das wird ein cooles Event. 

Hast du dir die Strecke schon angeschaut?

Nur im Simulator und auf Bildern. Soweit ich es beurteilen kann, wird die Strecke eine grosse Herausforderung für uns Fahrer. Vor allem in den Bremszonen, da es beispielsweise nach der langen Geraden direkt in eine 180-Grad-Spitzkehre geht. Diese Stelle ist auch aufgrund der Schienen im Boden tückisch. Action ist bei dem Rennen auf jeden Fall garantiert. 

Und die Umgebung der Strecke?

Die ist der Hammer. Das Rennen findet mitten im Zentrum statt, direkt neben dem Zürichsee. Und ich bin davon überzeugt, dass auch die Atmosphäre grossartig sein wird. Die Schweizer sind sehr motorsportbegeistert und es werden viele Zuschauer erwartet. Generell habe ich das Gefühl, dass die Formel E eine andere Art Fans hat als alteingesessene Motorsportserien. Bei Letzteren spürt man eine Art Sättigung. Es kommen immer die gleichen Fans, die wissen, was passiert, und schon alles kennen. Das ist bei der Formel E anders – hier herrscht eine Atmosphäre, die ich im Motorsport noch nie erlebt habe. 

Viele eingefleischte Motorsportfans stören sich am fehlenden Geräuschpegel in der Formel E.

Aber Sound ist doch kein Argument für Rennsport. Rennsport bedeutet spannende Zweikämpfe, Rennsport ist das Fahren am Limit. Der Sound trägt absolut nichts zur Unterhaltung bei, sondern ist nur Gewohnheit. Für mich ist dieses Argument einfach nur der Widerstand gegen das Neue und Ungewohnte. 

Apropos Neuerungen. Für dich als Fahrer hat sich in dieser Saison einiges verändert.

Veränderungen am Auto gibt es im Prinzip zu jeder neuen Saison, daran sind wir gewöhnt. Aber im vergangenen Jahr hat Audi das Team übernommen und mich als Audi-Werksfahrer unter Vertrag genommen – das heisst neuer Chef, neuer Ingenieur, wesentlich mehr involvierte Leute und neue Strukturen und Abläufe. Auch als Fahrer muss man sich erst einmal in das Team einfinden und die Prozesse verstehen. 

Und welches Ziel hast du dir für Zürich gesetzt?

Ein Sieg beim ersten Schweizer Rennen wäre genial.

(Auszug aus einem Interview mit Daniel Abt, das mit dem Beitrag von Timo Pape am 9. Juni in einer Sonderbeilage der NZZ erscheint)

 
Die LGT engagiert sich in der internationalen Motorsportserie für Elektroautos, der FIA Formel E. Sie sponsert das Team Audi Sport ABT Schaeffler mit den Fahrern Daniel Abt und Lucas di Grassi, die beim vergangenen ePrix in Berlin Platz eins und zwei belegten. 

Weiter: Aktuelles aus der Formel E

 

Zürich E-Prix: Der Renntag am 10. Juni

 

08:00  Türöffnung (E-Village)

09:00  1. Freies Training

10:00  Auslosung Qualifikationsgruppen (E-Village)

11:30  2. Freies Training

14:00  Qualifying

14.45  Qualifying Super Pole

16.00  Autogramm-Session (E-Village)

18:00  Rennen

19:00  Podiumszeremonie Podium

TV-Übertragung

live ab 17.45 Uhr: EUROSPORT2, MYSPORT, SF2, TV24

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So funktioniert die Formel E

Energiebewusst

Jeder Fahrer darf 56 kWh pro Rennen nutzen. Genauso viel Energie benötigt ein Zwei-Personen-Haushalt in sechs Tagen, eine Spülmaschine für 70 Waschgänge oder ein Fernseher, wenn er 15 Tage nonstop läuft.

Schnell wie Formel 1

Die Formel E Boliden beschleunigen in 2.9 Sekunden von 0 auf 100 km/h – ähnlich wie ein Formel 1 Modell. 

Ökostrom aus Alkohol

Der Strom für die Autos wird mit umgerüsteten Diesel-Generatoren hergestellt, die mit Glycerin schadstofffrei Strom generieren. Glycerin ist ein Zuckeralkohol, der durch seine wasserbindenden Eigenschaften beispielsweise in Kosmetikartikeln als Feuchtigkeitsspender enthalten ist. 

Wechseln statt tanken

Die Batterien der Formel-E-Boliden halten noch nicht die komplette Renndistanz durch. Daher stehen jedem Fahrer zwei Autos pro Rennen zur Verfügung. Ungefähr zur Rennmitte legen die Piloten einen obligatorischen Boxenstopp ein, um das Fahrzeug zu wechseln. Der Wechsel findet in der Boxengasse in der Team-Garage statt. Reifenwechsel sind während des Pitstop nicht erlaubt.

Zur fünften Formel- E-Saison, die im Dezember 2018 startet, wird in der Formel E ein komplett erneuertes Fahrzeug eingesetzt. Die darin verbauten Einheitsbatterien werden mit einem 54-kWh-Akku ausgestattet sein und ein gesamtes Rennen überstehen. Dadurch wird der Fahrzeugwechsel ab der kommenden Saison wegfallen.

FanBoost

Zwölf Tage vor dem Rennen bis sechs Minuten nach Rennstart können Fans jeden Tag einmal für ihren Lieblingsfahrer online stimmen. Damit geben sie ihm vielleicht den rennentscheidenden "Schubs". Die drei Fahrer mit den meisten Stimmen erhalten den FanBoost.  Diesen Piloten stehen während des Rennens im zweiten Einsatzauto nach dem Boxenstop 30 kW zusätzliche Energie zur Verfügung. Die Stimmabgabe kann über Twitter und Instagram erfolgen - z.B. #FanBoost und #DanielAbt - oder über ein Voting auf der FIA-Formel-E-Website: FanBoost

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